Antonina und Morretes

Die letzte Woche haben wir uns ausgiebig damit beschäftigt, wie wir unser Brauprozess unter den gegebenen Umständen gestalten und welches Equipment wir dafür benötigen. Bei der Beschaffung des ersten Dinge mussten wir gleich schmerzhaft lernen, dass die Dinge hier anders funktionieren und Erwartungshaltungen nicht immer so erfüllt werden, wie das vielleicht in Deutschland der Fall ist. Dem Thema Brauen werde ich im nächsten Post etwas mehr Platz widmen.

Die Coronasituation

In den letzten Tagen zeichnet sich hier in Brasilien eine leichte Zunahme der Neuinfektionen ab. Brasilien meldet pro Tag im 7-Tage-Mittel in etwa 28000 neue Infektionsfälle. Curitiba erreicht die letzten Tage mit über 1000 Neuinfektionen pro Tag leider einen neuen Negativrekord. Das Leben läuft im Alltag indessen wieder fast normal. Das Tragen von Masken bleibt jedoch in allen Lebenslagen obligatorisch.

Coronaneuinfektionen
Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus
Aktive Coronafälle
Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus

Verrücktes Wetter in Curitiba

Das Wetter hier in Curitiba kann sich schnell ändern. Innerhalb von fünf Minuten wird aus strahlendem Sonnenschein ein Gewitter mit massiven Regen. Doch was letzte Woche geschah, war selbst für die Curitibanos ein sehr seltenes Ereignis. Wenige Minuten nachdem ein Gewitter aufzog, war die Stadt von einem dünnen weißen Teppich aus Schnee- und Eismatsch bedeckt. Es kann zwar im Winter vorkommen, dass sich auf Wiesen Raureif bildet und das kleine Pfützen eine dünne Eisschicht bilden. Das sich aber im fortgeschrittenen Frühjahr eine weiße Schicht aus Eis- und Schneematsch bildet ist ein extrem seltenes Wetterereignis.

Die Estrata da Graciosa

Die Estrata da Graciosa ist eine der ältesten Straßen von Parná. Sie findet bereits im frühen 18. Jahrhundert Erwähnung. Sie verbindet die Gemeinde Quadro Barras (Metropolregion Curitiba) mit Antonina, einem der ältesten Siedlungen Paranás und Morretes einem wunderschönen alten Kolonialstädtchen mit hoher touristischer Bedeutung. Um 1873 wurde die Straße befestigt ausgebaut und war bis Mitte des 20. Jh. die einzige befestigte Straße Paranás. Neben den Flüssen war die Straße die wichtigste Verbindung um Güter aus dem Hinterland zu den Häfen in Antonina und Paranaquá zu bringen. Die Straße durchquert einen der am besten erhaltenen Teile des atlantischen Regenwalds. Ein Teil der Strecke führt durch ein 1993 von der UNESCO ernannten Biosphärenreservat. Im weiteren Verlauf durchquert sie zwei Naturschutzgebiete (Parque Estadual da Graciosa, und Parque Estadual Roberto Ribas Lange) die zum Schutz der Wasserquellen der Regionen und der Biodiversität des atlantischen Regenwalds eingerichtet wurden. Die Graciosa, wie sie die Menschen hier nennen, beeindruckt mit unglaublich schöner Natur, die vor allem in den genannten Parks sehr gut zum Ausdruck kommt. Leider sind die Parks aktuell, auf Grund der Coronasituation, nur zeitweise geöffnet. Wir werden die Parks nach und nach bei weiteren Ausflügen erkunden und unsere Eindrücke wiedergeben.

Antonina

Der Ort Antonia liegt in der Bucht von Paranaquá und gehört zum Verwaltungsgebiet der gleichnamigen Stadt. Der Ort wurde 1714 gegründet und ist damit eine der ältesten Städte Paranás. Der Hafen der Stadt war lange einer der bedeutendsten Häfen des Bundesstaats. Der geografisch günstiger gelegene Hafen von Paranaqua übernahm jedoch schon recht früh Kapazitäten des Hafens in Antonina. Der örtliche Hafen dient heute nur noch touristischen Zwecken. Antonina ist an das hiesige Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Strecke dient jedoch ausschließlich touristischen Zwecken und wurde erst vor kurzem wieder in Betrieb genommen. Insgesamt wurde der Ort erst in neuster Zeit wieder für den Tourismus entdeckt und wird nun nach und nach entsprechend aufbereitet. Die Besucherzahlen halten sich im Vergleich zu Morretes in Grenzen und der Ort besitzt noch viel alte koloniale Bausubstanz.

Morretes

Die Stadt wurde 1721 offiziell im Zuge der Entdeckung von Goldvorkommen und der damit einhergehenden Besiedelung der Küste Paranás gegründet. Viele Goldsucher, Bergleute und Abenteurer nutzten die Stadt als Ausgangspunkt für ihre Unternehmungen. Bis 1865 wurde Industrie und Handel immer weiter ausgebaut und brachten der Stadt Reichtum und Wohlstand. Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahn (Estrada de Ferro Paraná) und der zunehmenden Besiedelung und dem Ausbau des Hinterlands und der Häfen verlor Morretes für den Handel und die Industrie stark an Bedeutung. Heute lebt die Stadt nahezu ausschließlich vom Tourismus. Sie bietet schöne und wiederaufbereitete koloniale Bausubstanz, sehr viele Restaurants und Bademöglichkeiten im Fluss Nhundiaquara. Darüber hinaus gibt unglaublich gutes Eis zu kaufen. In Morretes befindet sich die Endstation des Serra Verde Express, der Touristen von Curitiba durch das mit atlantischem Regenwald bedeckte Serra do Mare bis nach Morretes bringt. Die Eisenbahnstrecke wird auch für den Warentransport vom/zum Hafen in Paranaquá genutzt. Sobald wir eine Tour mit dem Serra Verde Express machen konnten, werde ich natürlich einen Post darüber verfassen.😁 Im Vorort Porto de Cima gib es die Möglichkeit über eine Staubstraße bis zur Bahnstation Estação Engenheiro Lange zu fahren und von dort aus etwas das Serra do Mar zu Fuss zu erkunden. Leider ist auch diese Ausflugsmöglichkeit aktuell gesperrt.

Antonina und Morretes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.