Die Coronakrise

Die rasante Ausbreitung eines Virus namens Sars-CoV-2 stürzt die gesamte Welt in einen Lockdown. Es ist eine der größten Krisen der letzten Jahrzehnte. Millionen Menschen sind infiziert und Zehntausende bereits gestorben. In vielen europäischen Ländern gelten Ausgangssperren und Kontaktverbote. Die innereuropäischen Grenzen sind geschlossen und passieren darf aktuell ausschließlich der Güter- und Warenverkehr. Um die dramatischen wirtschaftlichen Folgen abzufedern, werden allein in Deutschland Hilfspakte in Höhe von 1,2 Billionen Euro auf den Weg gebracht. Das klinkt im ersten Moment nach einem dramatischen Zukunftsszenario. Doch aktuell befinden wir uns genau in einer solchen Situation.


Auf den ersten Blick sieht es nicht so aus, als könnten wir unseren Traum von einer Auszeit in Brasilien dieses Jahr wahr werden lassen. Doch trotz dieser düsteren Aussichten, gibt es auch einige Lichtblicke die uns positiv stimmen. Es gilt zwar ein Einreiseverbot für EU-Bürger nach Brasilien, allerdings dürfen diese einreisen, wenn sie einen gültigen Aufenthaltstitel für Brasilien besitzen. 🐝 ist Brasilianerin und darf deswegen nach Brasilien einreisen, ich besitze ein gültiges Visum und bin mit ihr verheiratet. Dieser Umstand versetzt mich in die glückliche Lage, ihr folgen zu dürfen (@🐝 : Danke schon mal dafür 🙂). Der zweite Lichtblick ist, dass erstaunlicherweise immer noch Passagierflugzeuge zwischen Frankfurt und Sao Paulo verkehren und unser für Oktober geplanter Flug noch nicht storniert wurde. Auch das ist ein Grund für Freudensprünge die ich deshalb jeden Tag vollziehe.


Diese ganze Euphorie soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nun auch eine ganze Reihe neuer Herausforderungen gibt. Ganz oben auf der Liste steht der Paketversand! Es ist aktuell nicht möglich Pakete zwischen Deutschland und Brasilien zu versenden. Laut DHL liegt der Grund dafür in Problemen bei der Verzollung und der Zustellung innerhalb Brasiliens. Das kann ich aktuell gut nachvollziehen, da die Grenzen zwischen den Bundesstaaten in Brasilien geschlossen sind. Darüber in welchem Ausmaß der Güterverkehr und damit auch das verteilen der Pakete zwischen den Verteilzentren der Correios (Post in Brasilien) betroffen sind, liegen uns aktuell keine weiteren Informationen vor. Alle ausländischen Pakete werden in der Regel in Rio de Janeiro verzollt und dann weitergeleitet. Gestern wurde allerdings bekannt, dass sich einige Staaten, darunter auch Deutschland und Brasilien, für den ungehinderten Warenverkehr in der Krise einsetzen. Das macht uns Hoffnung, dass der Paketversand in ein bis zwei Monaten wieder möglich sein wird. Insgesamt sind wir natürlich froh, dass wir in den letzten 1,5 Jahren schon eine ganze Menge Pakete nach Brasilien verschicken konnten und nun nicht ganz am Anfang stehen. Wir halten euch über den weiteren Verlauf natürlich auf dem Laufenden.

Die Hochzeit

Herz aus Rosen auf der Motorhaube
Herz aus Rosen

Wir können euch voller Glück und Freude mitteilen, dass wir uns nach zehn glücklichen gemeinsamen Jahren das “Ja”-Wort gegeben haben.

Dieser Schritt fühlt sich für uns absolut richtig an!

Mit Beers an meiner Seite, habe ich den perfekten Partner fürs Leben gefunden. Wir teilen viele gemeinsame Interessen wie z.B. das Bierbrauen, die Natur, die Bienen und das Reisen. Auf unserem gemeinsamen Lebensweg haben wir viele schöne Dinge erlebt, Probleme gelöst, gemeinsame Ziele erreicht und auch schwere Tage durchgestanden. Jeder unterstützt den anderen so gut er kann, damit wir unsere gemeinsamen Ziele erreichen können.
Wir sind nun offiziell eine Familie und können es kaum erwarten, dass unser Abenteuer in Brasilien beginnt. Wenn es nach uns ginge, dann würden wir am liebsten schon gleich morgen aufbrechen 😁.
Jetzt heißt es zielstrebig und geduldig alle Dokumente beantragen um unsere Ehe in Brasilien zu registrieren und darauf aufbauend
ein Visum für Beers zu bekommen.
Wir sind zuversichtlich, dass alles klappt wie wir uns das
vorstellen. Wir halten euch natürlich am laufenden.

Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht nur darin besteht, dass man einander ansieht, sondern auch, dass man gemeinsam in die gleich Richtung blickt.

Antoine de Saint-Exupery

Die Finanzierung

Heute möchte ich mal wieder ein kleines Update über den Fortschritt der aktuellen Planung und Umsetzung unsres Auslandsaufenthalts in Brasilien geben. Dabei möchte ich euch auch unseren Plan zur Finanzierung dieses Unternehmens kurz erläutern. Neben einem Plan wie ein Auslandsaufenthalt organisatorisch umgesetzt wird, spielt natürlich dessen Finanzierung auch eine entscheidende Rolle. Nichts ist unangenehmer als, wenn man kurz nach einem erfolgreichen Umzug feststellt, dass einem die finanziellen Mittel fehlen um die bevorstehende Zeit sicher zu finanzieren.


Finanzierung ist individuell

Es gibt eine Reihe von Ansätzen, wie sich solche Unternehmungen finanzieren lassen. Es ist aus unserer Sicht effektiv zu versuchen die benötigten Mittel aus mehrere Quellen zu gewinnen. Beschränkt man sich auf nur wenige oder gar nur eine Art der Finanzierung, besteht immer ein Risiko, dass es einem schnell an Mitteln fehlt, um den Auslandsaufenthalt fortzuführen. Neben dem Einkommen, spielen natürlich die Ausgaben eine mindestens genauso große Rolle. Darum gilt es auch die Ausgaben neben dem Einkommen im Blick zu behalten.


Die Ausgaben

Aus unserer Sicht sind die kritischste Art von Kosten langfristige Fixkosten, also Kosten die immer wiederkehrend anfallen und den Geldbeutel nachhaltig belasten. Zu diesen Kosten zählen unter anderem Kosten für Versicherungen (z.B. Krankenversicherung) oder Abonnements. Um bei der Finanzierung flexibel zu sein, ist es in jedem Fall anzuraten, diese Art von Kosten auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Bei einem Einkommensengpass, bietet dies die Flexibilität, auch die Kosten flexibler an die Situation anzupassen. Muss man also über einen gewissen Zeitraum mit weniger Einkommen auskommen, dann lassen sich über diesen Zeitraum auch die Ausgaben flexibler anpassen. Abonnements haben hingegen häufig Laufzeiten, innerhalb derer man die Verbindlichkeit nicht beenden kann und sich somit auch die Ausgaben nur schwer oder gar nicht reduzieren lassen. Unserer Ansicht nach muss in erster Linie darauf geachtet werden, langfristige Verbindlichkeiten z.B. in Form von Abonnements, Versicherungen oder Krediten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Auf der anderen Seite sind einige Ausgaben dieser Kategorie unverzichtbar. So ist z.B. die Absicherung im Krankheitsfall im Inn- und Ausland nicht zu vermeiden und muss finanziert werden. Welche Laufenden Kosten kommen nun auf uns zu?

Langfristige FixkostenHöhe
KrankenversicherungHoch ca. 250€/Monat
HaftpflichtversicherungGering ca. 7,50€/Monat
Technische InfrastrukturGering ca. 15€/Monat
Verwahrung Auto + SonstigesMittel ca. 70€/Monat
Nahrung+Hygene (Mindestkosten)Hoch ca. 250€/Monat
Gesamt592,50€/Monat

Diese Kosten sind für uns Fixkosten und lassen sich nur im geringen Maß und nur langfristig ändern. Zu diesen Ausgaben gesellen sich noch einige Fixkosten, die sich mittelfristig steuern lassen.

Mittelfristige FixkostenHöhe
UnterkunftMittel ca. 100€/Monat
NebenkostenMittel ca. 50€/Monat
StreamingGering ca. 5€/Monat
Heise-Plus-AboGering 10€/Monat
Auto-Brasilien (Steuern/Versicherung)Mittel 50€/Monat
Gesamt215€/Monat

Am Ende stehen noch die variablen Kosten, die sich im Notfall kurzfristig stark senken oder gänzlich vermeiden lassen.

Variable KostenHöhe
TreibstoffMittel 100€/Monat
ReisenHoch 200€/Monat
KulinarischesMittel 80€/Monat
Gesamt380€/Monat

Wir gehen davon aus das wir im Durchschnitt ca. 1200€ zum Leben pro Monat brauchen. Das bedeutet wir brauchen ca. 15000€ pro Jahr. In diesem Betrag wären bereits 2400€ pro Jahr für Reisen, Abenteuer und Entdeckungen inbegriffen. Längere Reisen werden bei Bedarf separat finanziert.


Das Einkommen

Zu Beginn müssen wir die Kosten aus unseren Ersparnissen decken. Dafür haben wir in den letzten Jahren ein ganz gutes Polster angespart. Wir haben somit ausreichend Zeit neue Einkommensquellen zu evaluieren und zu erschließen.

Ursprünglichen war vorgesehen, dass ich weiter für meinen derzeitigen Arbeitgeber am Standort in Curitiba arbeite. Leider war das mit fortschreitender Planung aus betriebsinternen Gründen nicht mehr möglich. Daraufhin mussten wir unsere Planung anpassen und an die Stelle meines Arbeitgebers wandert nun die Selbständigkeit als Beratender Ingenieur. Zu diesem Zweck werden wir auch während unserer Abwesenheit einen Hauptwohnsitz in Deutschland unterhalten und zu Beginn auch den Mindestbeitrag in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen.

Da wir bis zu diesem Zeitpunkt verheiratet sein werden und Bees kein Einkommen in Deutschland erwirtschaftet, können wir sie über mich kostenfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichern. Das kommt uns entgegen, da Bees aktuell noch Mitglied in der privaten Krankenversicherung ist und sie somit nun die Möglichkeit hat, über die Familienversicherung zurück in die Gesetzliche zu wechseln. 👍👍

Der Umstand, dass ich meine Leistungen hauptsächlich aus der Ferne erbringen kann, wird dazu führen, dass zu Beginn nur mit einem kleinen Einkommen zu rechnen ist. Ich wäre zwar bereit im Ausnahmefall auch für kurze Zeit zurück nach Deutschland zu fliegen um Details vor Ort zu klären, allerdings bieten die moderne Welt sehr gute Möglichkeiten viele Aufgaben auch ohne Qualitätsverlust aus der Ferne zu bearbeiten. Mir kommt zugute, dass ich in den letzten 15 Jahren immer in internationalen und weltweit verteilten Teams gearbeitet habe und die Pros und Cons sowie die Methodiken dieser Arbeitsweise kenne. Wir werden sehen, wie sich das Geschäft entwickelt. Zeigt sich das Geschäft nach der Startphase nicht als profitabel, um mindestens die damit verbunden Kosten zu decken, dann kann man es mit wenig Aufwand und Kosten wieder einstampfen. Damit könnten wir uns nachfolgend auch die Kosten für die deutsche Krankenversicherung sparen und uns mit einer wesentlich günstigeren Anwartschaftsversicherung den Anspruch auf Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung nach der Rückkehr aus dem Ausland sichern.

Wir werden zusätzlich versuchen noch Sponsoren zu finden, die uns bei einzelnen Aktivitäten in Brasilien unterstützen. Ob das klappt, hängt vom Interesse der Unternehmen ab, ihre Produkte im Ausland in Aktion zu sehen. Wir werden coolen und hilfreichen Produkten, die wir selber nutzen Beiträge widmen, in denen wir diese objektiv beschreiben, sie in Aktion zeigen und für diese eine persönliche Wertung abgeben. Wir möchten es vermeiden auf unserem Blog Werbung z.B. in Form von Bannern zu schalten. Es soll auch kein User-Tracking oder sonstiges Sammeln von Nutzerinformationen geben. Jeder soll aus freien Stücken entscheiden, für welche Themen er/sie sich interessiert und diese Artikel lesen.

Eine weitere Möglichkeit wird sein, vor Ort in Brasilien zu versuchen ein Einkommen mit den Dingen die uns Spaß machen zu erwirtschaften. Hierzu zählen z.B. das Bierbrauen, Imkern oder auch das Reisen. Wie wir das genau umsetzen und ob wir damit erfolgreich sein werden, wird sich mit der Zeit zeigen. Wir haben schon viele Ideen, die es Wert sind ausprobiert zu werden. Wir halten euch auf diesem Blog in jedem Fall auf dem Laufenden.

Die Netzanbindung

Heute möchte ich euch mal wieder ein paar Infos zu unserem Umzug nach Brasilien geben. In letzter Zeit habe ich mich mit der Netzanbindung von Brasilien nach Deutschland beschäftigt. Es gibt verschiedene Gründe warum eine solche Anbindung interessant ist.

Die Gründe

Für uns steht an erster Stelle die Wartung der IT-Infrastruktur meiner Familie in Deutschland. Für uns fällt dabei die Verfügbarkeit einer deutschen Telefonnummer für innerdeutsche Gespräche zum Nulltarif ab. Darüber hinaus bietet eine solche Kopplung auch die Möglichkeit deutsches Fernsehen, Radio oder Streaming-Dienste vom Ausland aus zu nutzen. Geoblocking wird von vielen Diensten im Internet genutzt um Nutzer dieser Dienste davon abzuhalten, ihre Angebote auch aus anderen Ländern zu nutzen.

Die Realisierung

Die Kopplung des brasilianischen Internetanschlusses mit dem deutschen Internetanschluss lässt sich auf verschiedene Wege realisieren. Verschiedene Netzwerke lassen sich am einfachsten und effektivsten über OpenVPN miteinander koppeln. Im Internet gibt es sehr viele Anleitungen wie eine solche Ankopplung zu realisieren ist. Alternativ wäre es auch möglich so etwas z.B. über IPSec oder über SSH(badvpn) zu realisieren. Diese Optionen haben allerdings gegenüber OpenVPN z.T. entscheidene Nachteile. OpenVPN ist frei, schnell, sicher und leicht skalierbar. Deshalb haben wir uns für diese Kopplung entschieden. Wir verwenden dazu eine Kombination aus zwei RaspberryPi Geräten. Eines der beiden Geräte wird als OpenVPN-Server konfiguriert und an einem Internetanschluss in Deutschland betrieben. Das zweite Gerät wird an unserem zukünftigen Internetanschluss in Brasilien betrieben. Das brasilianische Gerät ist so konfiguriert, dass es als VPN-Router agiert. Das Gerät stellt einen WLAN-Accesspoint bereit und routet den gesamten Internetverkehr der im WLAN eingeloggten Geräte in den VPN-Tunnel. Der Vorteil daran ist, dass die Endgeräte wie Fernseher, Streaming-Sticks, Laptops usw. keine separate VPN-Funktionalität benötigen. Für unseren Anwendungsfall nutzen wir dafür zwei Raspberry Pi 4 Model B mit 4 GB RAM.

Die Probleme

Nachdem wir den VPN-Server konfiguriert und innerhalb Deutschland erfolgreich getestet hatten, konfigurierten wir einen Laptop in Brasilien als OpenVPN-Client. Auch dieser Test verlief erfreulicherweise erfolgreich. Im Glauben, dass jetzt alles soweit getestet und einsatzfähig ist, schickten wir den zweiten RaspberryPi, damals noch ein RaspberryPi 3 B+, inklusive Zubehör nach Brasilien. Die VPN-Konfiguration, inklusive der Schlüssel, wurden zuvor gesichert und vom Gerät entfernt. Sollte das Gerät auf dem Transportweg verloren gehen oder gestohlen werden, dann geht man damit zusätzlicher Arbeit aus dem Weg. Nach der Ankunft wird die Konfiguration dann über SSH wiederhergestellt.

Das erste Gerät

Kaum war das Gerät in Curitiba angekommen, fingen wir an die Konfiguration wieder herzustellen. Wir stellten allerdings fest, dass die Performance unzureichend war. Auf der Suche nach dem Fehler fiel nach einigen Neustarts das komplette Gerät aus und ließ sich nicht mehr booten. Damit war das erste Gerät bereits am ersten Tag nach seiner Ankunft in Brasilien funktionsunfähig. Wir stempelten das Verhalten als Herstellerproblem ab und ich kaufte direkt einen neuen Raspberry Pi 4 Model B, konfigurierte ihn und versendete ihn mit dem nächsten Paket nach Curitiba.

Das zweite Gerät

Vier Wochen später erreichte der zweite Pi sein Ziel und wir begannen aufs Neue mit der Konfiguration. Kurz darauf mussten wir wieder massive Probleme mit der Netzwerkperformance feststellen. Zeitweise gingen 70% der Pakete verloren und entsprechend schlecht war der Pi zu bedienen. Die gute Nachricht war, dass die Hardware des Pi diesmal nicht den Geist aufgab und er weiterhin kontrollierbar blieb.

Finde die Ursache

Was nun folgte, war die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Glücklicherweise sollten wir sie zu einem späteren Zeitpunkt noch finden. Aus meiner Erfahrung weiß ich, solchen Problemen begegnet man am besten mit Durchhaltevermögen und strukturierter Fehleranalyse.

Kein Licht am Ende des Tunnels

Im ersten Schritt prüften wir, ob die Probleme auch mit dem bereits konfiguriertem Laptop bestanden. Dabei zeigte sich allerdings ein differenziertes Bild. Der Laptop zeigte in den Tests zwar keine massiven Performanceprobleme, aber zeitweise dennoch starke Schwankungen. Abschnittsweise zeigte der PI sogar eine gute bis sehr gute Netzwerkperformance. Mein Resümee nach den ersten Tests war, dass es vermutlich kein Probleme mit der Hardware des Pi’s wäre. Dennoch ließ ich Kabel und die Ports am Router kontrollieren und tauschen. Es zeigte sich keine Besserung und mein Verdacht viel auf das CGNAT (Carrier-Grate-NAT) des Providers. In Brasilien sind sehr viele Internetanschlüsse als IPv6-Only-Stack ausgeführt. Das ist zu vergleichen mit den DSL-Lite Anschlüssen in Deutschland. Die CGNAT’s der Provider dienen also als Umsetzer zwischen den Protokollen IPv4 und IPv6. Unser DSL-Anschluss in Deutschland war zu diesem Zeitpunkt zu einem IPv4-Only Anschluss zurückgestuft worden, sodass die Protokolle immer ineinander umgesetzt werden mussten. Zu Beginn unserer Tests, war der DSL-Anschluss in Deutschland noch Dual-Stack fähig. Er bot also beide Funktionalitäten. Nach ein paar Monaten wurde die IPv6 Funktionalität aber plötzlich mit der Begründung, dass es sich nur um ein Test gehalten habe abgeschaltet. Die Abschaltung überschnitt sich unglücklicherweise mit unseren Tests und es fehlte uns nun auch die Möglichkeit die Performance erneut über IPv6 zu messen. Das Fehlerbild erhärtete die Vermuten weiter, dass es am CGNAT des brasilianischen Providers liegen könnte. Die Performance war teilweise gut und teilweise miserabel. Ich führte weitere Tests durch und mietete mir parallel einen VServer mit IPv6-Unterstützung in Deutschland an. Mir kamen langsam Zweifel an unserer Theorie auf, als ich parallel die Performance des Pi und des Laptops in den frühen Morgenstunden eines brasilianischen Tages vermaß. Während der Laptop eine sehr gute Performance auswies, wartete der Pi mit extrem schlechter Performance auf. Nach dem Tausch von Kabeln und Ports verbesserte sich plötzlich die Performance um sich nach einigen Stunden wieder extrem zu verschlechtern. Der VServer war zwar mittlerweile aufgesetzt, aber auf Grund von Konfigrationsfehlern beim Hoster war es nicht möglich den Server über IPv6 zu erreichen. Es sollte geschlagene drei Wochen dauern, bis der Fehler beim Hoster behoben und der Server über IPv6 erreichbar war. Weitere Tests ergaben, dass unabhängig vom verwendeten Protokoll die Performance stark schwankte.

Zurück auf Los

Manche Situationen im Leben bedingen es, einen Schritt zurück zu machen, um wieder einen in eine andere Richtung nach vorn gehen zu können. Glücklicherweise hatte ich im letzten Paket nach Brasilien einen USB-LAN-Adapter mitgesendet und ich dachte mir, es könnte nicht schaden, mal ein anderes Interface für die Datenübertragung auszuprobieren. Kaum hatte ich das Interface konfiguriert, war die Performance um Dekaden besser. Der Verlust von Paketen reduzierte sich von 70% auf 0%. Die Datenübertragungsrate stieg von einigen Kb/s bis auf 33 MBit/s. Natürlich schwankte die Datenübertragung auch nach dieser Änderung, abhängig von der Tageszeit, zwischen 8 MBit/s und 33 MBit/s aber es lief endlich schnell und stabil. Ich gehe mittlerweile davon aus, dass der Router in Brasilien nach einer Weile Probleme auf seinen externen LAN-Interfaces aufweist. Es kommt dann zu hohen Paketverlusten und zu extrem geringen Übertragungsraten. Startet man die Box neu, ist das Problem behoben. Häufig reicht es sogar aus, einfach das Kabel kurz vom LAN-Interface zu trennen. Leider gibt es in Brasilien den Routerzwang, was es uns nicht ermöglicht direkt eigene Hardware zu nutzen. Aber sobald wir in Brasilien sind, lasse ich mir dafür noch etwas einfallen. 😄 Für den Moment, reicht uns die Erkenntnis. 👍

Juhu die Datenübertragung steht! 👍

Das Visum

Deutsche Staatsbürger dürfen sich ab dem ersten Tag der Einreise nach Brasilien 90 Tage im Land als Tourist aufhalten. Das reicht natürlich für einen längeren Urlaub oder auch für eine kurze Auszeit mit Urlaubscharakter, allerdings nicht für einen längeren Aufenthalt. Da wir beabsichtigen für eine längere Zeit in Brasilien zu leben ist ein solchen Touristenvisum nicht ausreichend.


Ein Problem weniger

Bees besitzt die brasilianische Staatsbürgerschaft und hat somit kein Problem, wann immer sie möchte nach Brasilien einzureisen, sich dort unbegrenzt lange aufzuhalten, dort zu leben oder zu arbeiten. Ihr Aufenthalt unterliegt somit keinen weiteren Restriktionen. Diese Gegebenheit soll für uns auch die Grundlage bilden, in den kommenden Jahre dort zu leben.


Eine der größeren Herausforderungen

Für Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland die nicht zufällig noch die brasilianische Staatsbürgerschaft besitzen, ist es leider nicht ganz so einfach eine permanente Aufenthaltsgenehmigung für Brasilien zu erhalten. Nach einigen Recherchen auf der Internetpräsenz der brasilianischen Vertretungen in Deutschland, gibt es für mich im Grunde genommen nur eine Möglichkeit an ein Dauerhaftes Visum für dieses Land zu kommen. Hier lautet das Stichwort Familienzusammenführung. Unter diesem Begriff wird das Zusammenführung von Familienangehörigen verstanden, von denen mindestens einer die brasilianische Staatsangehörigkeit besitzt. Da ich aktuell in keiner anerkannten familiären Beziehung zu Bees stehe, gibt es nun folgende Möglichkeiten diesen Bezug herzustellen.

  • Heiraten
  • Eine Lebenspartnerschaft eintragen lassen
  • Ein gemeinsames Kind bekommen, dass die brasilianische Staatsbürgerschaft besitzt

In Anbetracht des Aufwands, der für den Nachweis der jeweiligen Möglichkeit aufgewendet werden muss, die uns noch bis zum Umzug zur Verfügung stehenden Zeit und in Anbetracht unseres langen glücklichen gemeinsamen Lebenswegs der letzten Jahre und der Gewissheit, dass wir diesen Schritt ohnehin geplant hatten, werden wir uns für die Heirat entscheiden.

Auch wenn das die Möglichkeit mit dem geringsten Aufwand ist, bedeutet das nicht, dass der Aufwand gering ist. ? Den genauen Ablauf werde ich euch im nächsten Post zu den Vorbereitungen genauer erläutern.

Die Art des Umzugs

Zieht man innerhalb der gleichen Stadt oder innerhalb Deutschlands um, ist relativ schnell klar wie man einen solchen Umzug gestaltet. Je nach Größe des Haushalts, leiht man sich einen Transporter oder einen kleinen LKW aus, sagt einigen Freunden Bescheid, baut in der Zeit vor dem Umzug alle Möbel ab und packt alle Dinge zusammen in Umzugskisten und transportiert am Umzugstag alles zusammen von A nach B.

Bei einem Umzug ins Ausland im speziellen ins nicht europäische Ausland nach Übersee, stellt sich das Ganze etwas komplizierter da. Die größte Herausforderung sind die Zollbestimmungen und das finden eines Transportunternehmens ,dass alles von A nach B transportiert. Versucht man ein Unternehmen zu finden, dass für Privatpersonen einen Umzug von Deutschland nach Brasilien organisiert, dann wird man schnell feststellen, dass einem fast alle Unternehmen von einem Umzug mit einem Schiffscontainer abraten. Was ist der Grund dafür? Nach Aussage der meisten Umzugsunternehmen sind insbesondere die sich immer wieder ändernden Zollbestimmungen, Zolldokumente und die hohen Hafengebühren für nicht verzollte Container und Waren in brasilianischen Häfen der Hauptgrund dafür. Für Privatpersonen liegt das Risiko insbesondere in den täglichen anfallenden Kosten für die Standzeit der nicht verzollten Container. Fehlen Dokumente, oder verzögert sich die Verzollung aus anderen Gründen, dann fallen täglich Hafengebühren an, die schnell schwindelerregende Höhen erreichen können. Ein Umzug aus beruflichen Gründen, bei dem die jeweilige Firma dieses Risiko trägt, ist nach Aussage der Umzugsunternehmen die beste Alternative. Für uns war relativ schnell klar, dass der Umzug mit Hilfe eines Containers, für uns auf Grund des hohen Risikos der nicht vorhersehbaren Kosten, nicht in Frage kommt.


Wie sieht nun unser Umzugsplan aus?
Um diese Frage beantworten zu können muss man für sich zuallererst die folgenden Frage beantworten:

  • Welche Dinge des aktuellen Haushalts braucht man unbedingt in der neuen Umgebung?
  • Welche Dinge kann man auch in der neuen Umgebung kaufen und wie teuer sind diese?
  • Steht die aktuelle Wohnung für die Zeit des Auslandsaufenthalt weiter zur Verfügung und welche Alternativen zum Unterstellen von Hausrat gibt es?

Da wir aktuell zur Miete wohnen, unsere Wohnung funktional eingerichtet ist und wir die Wohnung während unseres Auslandsaufenthalts nicht weiterführen werden, ist es nicht zwingend erforderlich den gesamten Hausrat nach Brasilien umzuziehen. In unserem Haushalt gibt es kaum Dinge, die wir unbedingt in Brasilien bräuchten. Wir werden versuchen den größten Teil über Platformen wie Ebay oder Ebay-Kleinanzeigen zu verkaufen, oder in der Familie zu verteilen. Es gibt jedoch einige Dinge auf die wir in Brasilien nicht verzichten wollen. Das betrifft in erster Linie unser Equipment zum Bierbrauen und einige Sachen die in Brasilien gar nicht oder nur sehr schwer zu bekommen sind. Dazu zählen z.B. Dauenenbettdecken für die kalte Jahreszeit im Süden Brasiliens und einige technische Helfer.

Ursprünglich wollten wir unser Brauequipment per Luftfracht nach Brasilien schicken. Aber auch in diesem Fall ist das Problem, dass es sich dabei im besten Fall um unbekleidetes Umzugsgut handelt, dessen Import wieder mit Aufwand und Risiko behaftet ist. Unsere Idee ist nun das Brauequipment, dass im Großen und Ganzen aus einem Speidel-Braumeister 50L, einem Gärfass 60L, einem passenden Kühlaggregat, zwei Einkochtöpfen aus Edelstahl und ein paar anderen Kleinigkeiten besteht, bei unserem Flug nach Brasilien als Sperrgut anzumelden und diese Dinge dann im Flugzeug mitzunehmen. Das war auch die Empfehlung eines Umzugunternehmens mit dem Beers telefoniert hatte. Kann man bei Ankunft in Brasilien einen Wohnsitz und eine Aufenthaltsgenehmigung vorweisen und einen Nachweis vorlegen, dass das betroffene Equipment bereits über ein Jahr in seinem Besitz ist, dann sollte der Import problemlos verlaufen. Der Nachweis soll über die Rechnung möglich sein. Wir sind schon sehr gespannt, ob das tatsächlich problemlos funktioniert.

Ich besitze neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch die brasilianische und meine Eltern wohnen in Curitiba. Das macht für uns einige Dinge einfacher. Wir haben bereits jetzt eine Anlaufstelle um diverse Dinge zu organisieren. Es besteht also bereits jetzt die Möglichkeit verschiedene Sachen per Post nach Brasilien zu schicken. Von dieser Möglichkeit werden wir auch ausgiebig Gebrauch machen. Der große Vorteil liegt darin, dass Curitiba für brasilianische Verhältnisse eine sehr gute Infrastruktur besitzt und der Paketversand zuverlässig funktioniert. Der Paketversand hat darüber hinaus den großen Vorteil das die Versandkosten fest und die Gesamtkosten gut abschätzbar sind. Neben den Versandkosten fallen ab 50 USD Gesamtwert Zollgebühren in Höhe von ca. 60% an. Pakete sollten auch einen Wert von 500USD nicht überschreiten, denn dann muss die Zahlung der Gebühren im Vorfeld abgewickelt werden.

Weitere Infos zum Paketversand: Paket-Nach-Brasilien

Wir haben indes festgestellt, dass die anfallenden Kosten sich nicht immer im Vorfeld genau bestimmen lassen. Aber wen man mit ca. 70% Zollgebühren rechnet, liegt man meist recht nah an dem, durch den brasilianischen Zoll, festgelegten Betrag.

Für jedes Paket muss zudem eine Zollinhaltserklärung CN23 ausgefüllt und außen am Paket sichtbar angebracht werden. Darüber hinaus ist es zu empfehlen, sich einen Vordruck z.B. bei DHL herunterzuladen und diesen von Hand auszufüllen und auf die von DHL automatisch erzeugte Zollinhaltserklärung zu verzichten. Wir haben festgestellt, dass die brasilianischen Zollbehörden die automatisch von DHL erzeugte CN23 so interpretieren, dass die Versandkosten doppelt in den Gesamtwert des Pakets eingerechnet werden.

Gebrauchte Waren sollten immer realistisch deklariert werden.

Ich hoffe ich konnte euch einen guten Überblick über die von uns gewählte Art des Umzugs geben. Bei Gelegenheit werde ich wieder mal ein Update zu diesem Thema geben.

Am Anfang

Wir haben jetzt Mitte Oktober und wir haben bereits vor einiger Zeit angefangen den Umzug vorzubereiten. Da aktuell viele Dinge parallel am Laufen gehalten werden müssen, fehlte uns die Zeit den Blog zu konfigurieren und online zu stellen. Wir haben uns dafür entschieden den Blog selbst zu hosten, was im Vorfeld einiges an Aufwand gekostet hat um das Setup Sicher zu machen und eine Entwicklungsumgebung aufzusetzen. Aber nun ist es an der Zeit euch in den folgenden Monaten zu schildern, wie wir unseren Umzug planen, welche Herausforderungen zu bewältigen sind und welche Entscheidungen wir treffen.