Der erster Trip durch den Süden

Wir haben die Zeit zwischen den Jahren genutzt und einen kurzen Road-Trip an die Strände von Garopaba, nach Porto Alegre, zu den Oito Cachoeiras (Acht-Wasserfälle) in Sao Francisco de Paula und nach Urubici ins Serra do Rio do Rastro gemacht. Die Eindrücke die wir vor allem in dem mit atlantischen Regenwald bedeckten Bergen um Sao Francisco de Paula und Urubici sammeln konnten waren sehr beeindruckend. Die Aussicht in den Bergen und die Wanderungen durch den artenreichen und üppig grünen Regenwald waren traumhaft.

Die Coronasituation

Aktuell steigen in Brasilien die Zahl der Neuinfektionen wieder stärker an. Im Gegenssatz dazu fallen die Neuinfektionen in Curitiba auf unter 500 Neuinfektionen pro Tag. In den letzten Wochen wurden teilweise noch bis zu 2000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet. Die neuesten Statistiken zeigen auf, das in unserer Altersgruppe bereits nachweislich 8% bzw. 10% der Bevölkerung nachweislich mit Corona infiziert waren. Vermutlich liegen die Zahlen noch um einiges höher, da in den Zahlen nur die tatsächlich positiv erfassten Fälle enthalten sind. Brasilien wird zusehends pandemiemüde. Restriktionen werden vermehrt nicht mehr beachte und durch die Behörden auch nicht mehr sanktioniert. Das Leben in Brasilien läuft im Grunde genommen wieder wie vor der Pandemie. Einzig Großveranstaltungen bleiben verboten und in Gebäuden besteht weiterhin Maskenpflicht. Durch diese Entwicklungen bestehen für uns kaum Einschränkungen beim Reisen.

Aktuelle Neuinfektionen in Brasilien
Quelle: https://www.worldometers.info/
Aktive Infektionen in Brasilien
Quelle: https://www.worldometers.info/

Die Ausrüstung

Wir haben uns dazu entschieden auch hier in Brasilien dem Campen treu zu bleiben und für unseren Trip auf Zelt und Auto zurückzugreifen. Für ausreichend Komfort sorgt ein Dreimannzelt und luftgepolsterte Schlafmatten von Quechua. Quechua ist in Brasilien stark vertreten und Zusatz- bzw. Ersatzteile sind leicht und kostengünstig zu bekommen. Unbedingt zu empfehlen ist eine Abdeckplane um auch während der in Regenzeit immer wieder auftretenden starken Regenfälle gut geschützt im Trockenen sitzen oder kochen zu können. In den Bergen kann es auch im brasilianischen Sommer nachts empfindlich kalt werden. Temperaturen unter 10°C sind durchaus möglich. Gute und warme Schlafsäcke von Vaude hatten wir uns bereits im letzten Urlaub mit nach Brasilien gebracht. Eine Kiste mit Küchenutensilien, zwei Campingkocher, eine Kiste mit Konserven und Gemüse und ein Pappkarton mit trockenen Nahrungsmittel wie Müsli, Nudeln usw. stellten die Nahrungsversorgung sicher. Die nötigsten Utensilien und Nahrungsmittel kann man problemlos in den Supermärkten der Versorgungsstädte kaufen. Gaskartuschen lassen sich einfach über das Internet beziehen. Der Nachkauf gestaltet sich unterwegs aus verschiedenen Gründen schwierig. Aus diesem Grund sollten ausreichend Gaskartuschen für die gesamte Reise mitgenommen werden. Zwei Campingstühle und ein Tisch sollten in der Ausrüstung nicht fehlen. Auch ein Altzweckmesser, Streichölzer, Besteck und Schüsseln zum Essen sowie Reinigungsmittel und Schwämme sind natürlich Teil der Ausrüstung. Ein Regenschirm sorgt zudem immer für den trocken Weg zur Toilette. Bei Aufenthalten am Strand sind Sonnenschutz(Schirme, Creme, Sonnenbrille) unerlässlich. Der UV-Index erreicht quasi jeden Tag den Höchstwert (12) und ist danach als extrem einzustufen.

Die Campingplätze

Im Grunde genommen ist das Campen in Brasilien wie das Campen in Europa. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Qualität und bei den Kosten der Campingplätze. Brasilien verfügt über eine Vielzahl an Campingplätzen, sodass Roadtrips durch das Land problemlos möglich sind. Die Campingplätze unterscheiden sich beachtlich in der Ausstattung, der Lage und dem Erholungsfaktor. Die Spanne reicht von einfachen und günstigen Übernachtungsplätzen die mit mittelhohen Mauern umzäunt sind und ausschließlich über sehr einfache Sanitäranlagen verfügen bis hin zu sehr teuren aber dafür hervorragend ausgestatteten und komfortablen Campinganlagen. Die Mehrzahl der Campingplätze findet sich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen wieder. Bevor man startet sollte man sich stets über Verfügbarkeit, Öffnungszeiten und Preise informieren. Neben Campingplätzen bieten auch viele Farmen, Pousadas und Sitios Übernachtungsmöglichkeiten mit Zelt oder Camper an.

Zelt
Zelt

Die Reise

Garopaba

Garopaba ist eine Surf- und Touristenstadt südlich von Florianopolis. Sie verfügt über eine hervorragende Infrastruktur, Wander- und Bademöglichkeiten und bietet ein hohes Maß an Sicherheit. Viele reiche Brasilianer kommen im Sommer mit ihrer reisebusähnlichen Wohnmobilen in die Stadt und genießen die Strände, das Essen und ihr Leben. Viele sehr wohlhabende Brasilianer besitzen hier prunkvolle und luxuriöse Villen in abgeschotteten Wohnlagen.

Strände

Die Stadt bietet mehrere Strände, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Direkt am, meist sehr stark frequentierten, Stadtstrand findet das typische brasilianische Strandleben mit Musik und den typischen am Strand verkauften Waren wie Kaltgetränken, Süßwaren, Früchten und allerhand Kleinkram statt. Den Weg in die Mitte des etwas abgelegen Strands Praia do Siriú finden meist nur sehr wenige Menschen. Das liegt zum einen daran, dass dieser Ort nicht mit dem Auto zu erreichen ist und Strandbesucher den Weg zu Fuß bewältigen müssen.

Dunas Siriú

Vom Praia do Siriú ist auch der Zugang zu den berühmten Dunas Siriú möglich. Es handelt sich um eine riesige und sehr beeindruckende Dünenlandschaft, die in Teilen an eine Wüste erinnert. Die Dünen bieten hervorragende Möglichkeiten zum Sandboarden. Die Boards können vor Ort ausgeliehen werden.

Wandern

Die Stadt bietet für Naturenthusiast gute Möglichkeiten zum Wandern und zum Genießen der Natur. Eine lohnenswerte Wanderung, mit tollen Eindrücken von Natur und Meer, startet vom Strand Praia do Silveira im Süden der Stadt. Sie führt über Strand, Wiesen und durch den atlantischen Regenwald zum Strand Praia da Vigia. Die Wanderung ist mittelmäßig gut markiert. Festes Schuhwerk, das, zumindest während der Regenzeit (November – Februar) nass und dreckig werden darf , ist für die Wanderung dringend anzuraten. Zum Joggen eignet sich diese Route nicht.

Joggen

Für wen der tägliche Lauf auch während des Urlaubs nicht fehlen darf, bietet sich eine hervorragende Joggingstrecke durch den hügeligen Süden der Stadt, oberhalb der Strände, durch die teils mit atlantischen Regenwald bewachsenen Hügeln an. Die Strecke führt auch durch eine Luxuswohnanlage. Der Zutritt von der oberen Seite auf das Grundstück scheint für Sportler (Jogger/Randfahrer) gestattet zu sein. Am unteren Ausgang, der zurück auf die Straße führt, muss man sich das Tor vom Porteiro öffnen lassen. Es reicht in der Regel ein kurzes Handzeichen 👍 und das Tor öffnet sich.

Porto Alegre

Nachdem wir einige Tage in Garopaba verbracht hatten, fuhren wir weiter in die Hauptstadt des südlichsten Bundesstaats Rio Grande do Sul. Porto Alegre ist, als eine der größten Städte Brasiliens, ein ökonomisches und kulturelles Zentrum. Sie liegt am Lagoa dos Patos und beherbergt in etwa 1,5 Millionen Einwohner. Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam, in den großen Metropolen Brasiliens nicht zu campen, sondern stattdessen auf ein Hotel zurückzugreifen. Als Parkmöglichkeit für unseren vollgepackten Polo, diente eine nahegelegene bewachte Tiefgarage. Da wir am Neujahrstag in der Stadt ankamen, waren die meisten Läden und Geschäfte geschlossen. Die Straßen waren wie leer gefegt und ließen uns das wunderschön verzierte Rathaus, den Mercado Municipal und einige Parks ohne Menschengedränge besichtigen. Später machten wir uns auf den Weg zur Strandpromenade, die viele Menschen zum Sporttreiben oder Relaxen nutzten. Leider sind die Flüsse und Seen in Porto Alegre stark mit Müll und Abwasser verschmutzt. Vom Baden ist dringend abzuraten. Die Strandpromenade, die am alten Gaskraftwerk startet endet im Moment noch am Jardim das Esculturas. Die Bauarbeiten für die Erweiterung der Strandpromenade bis zum Stadion sind allerdings schon in vollem Gange.Die Promenade bietet einen sehr schönen Blick auf den See. Wenn man Zeit hat sollte man am Abend den Sonnenuntergang in einer der vielen Bars und Restaurants an der Promenade genießen. Es ist wunderschön die Sonne im See untergehen zu sehen.

São Francisco de Paula

São Francisco de Paula liegt, auch im Bundesstaat Rio Grande do Sul, etwa 110km nordöstlich von Porto Alegre . Zusammen mit den Gemeinden Gramado und Novo Petropolis bildet sie das Touristengebiet Região das Hortênsias. Die steilen Abhänge und die hohen Berge rund um die Stadt sind noch stark mit atlantischem Regenwald bewachsen. Die Region ist darüber hinaus für ihre Vielzahl an Wasserfällen bekannt.

Parque Das Oito Cachoeiras

Unser Reiseziel war der Parque Das Oito Cachoeiras (Park der 8 Wasserfälle). Dieser Park bietet eine Vielzahl an Wanderwegen mit unterschiedlicher Länge und verschiedenen Schwierigkeitsgraden. So können die nächstgelegenen Wasserfälle bereits nach einem 15 Minütigen Marsch besichtigt werden. Um den schönsten und höchsten Wasserfall, den Cachoeira das Gêmeas Gigantes zu besichtigen, muss man eine etwa 6h-7h stündige Wanderung in teils unwegsamen Gelände einplanen. Dafür wird man mit einem atemberaubenden Anblick des Wasserfalls belohnt. Zum Park gehören zwei Campingplätze, einer für Wohnmobile und einer für Zelte. An den Wochenenden im Sommer, ist der Campingplatz meist stark besucht. Die Zelte stehen dann dicht gedrängt nebeneinander, der Qualm der vielen Feuer und Grillstellen hüllt den Zeltplatz am Abend in dichte Rauchwolken ein. Auch die Wasserversorgung kann bei hohem Personenaufkommen zusammenbrechen. Unter der Woche ist der Platz dagegen nur wenig besucht und bietet eine schöne Übernachtungsmöglichkeit. Für Camper fällt kein zusätzlicher Eintritt für den Besuch der Wasserfälle an. Der Campingplatz bietet keinerlei Einkaufsmöglichkeiten. Man sollte vor der Anreise zum oder am Wochenende ausreichend Wasser und Proviant mit sich führen, den das Auto könnte schnell zugeparkt werden und das Einkaufen somit unmöglich machen. Wir kamen an einem Samstag gegen Mittag am Campingplatz an. Nachdem wir einen Platz für unser Zelt gefunden und dieses aufgebaut hatten, nutzten wir die Stunden am Nachmittag um die nächstgelegenen Wasserfälle zu besuchen.

Die Wanderung zum Cachoeira das Gêmeas Gigantes

Am nächsten Morgen brachen wir schließlich zum Cachoeira das Gêmeas Gigantes auf. Auf dem Weg kann man noch die drei Wasserfälle Ravina, Pilões und Quadrille besichtigen. Um Ravina und Pilões zu besichtigen darf man keine Höhenangst haben und sollte Trittsicher sein, denn man klettert mehrere Leitern aus großer Höhe ins Flussbett hinunter. Im Anschluss führt der Weg zum weiter entfernten Wasserfall Quadrille. Der Weg ist bis dorthin noch recht einfach zu begehen. An der Gabelung, an dem sich der Weg zum Quadrille und Gigantes teilt, steht der Warnhinweis, dass man nach 12:00h mittags den Weg zum Wasserfall Gêmeas Gigantes nicht mehr antreten sollte. Nachdem wir am Wasserfall Quadrille eine kurze Pause eingelegt hatten, machten wir uns gegen etwa 11:00h auf den Weg zum Gigantes. Anfänglich ist der Weg noch gut begehbar. Nach einiger Zeit schlängelt sich der Weg mehr und mehr über das Flussbett um gegen Ende des Wegs häufig durch das Flussbett über Steine, umgestürzte Bäume und an Felswänden entlangzuführen. Der Weg führt durch den atlantischen Regenwald es können eine Reihe exotischer Pflanzen und Tiere beobachtet werden. Auf unserer Wanderung konnten wir Affen, Kolibries und handgroße Schmetterlinge beobachten. Durch die schlechte Begehbarkeit sollte man ca. 6h-7h für die Wanderung einplanen. Es ist zu beachten, dass die Tage im brasilianischen Sommer wesentlich kürzer sind als in Europa, dass die Sonne sehr schnell untergeht und das es im Regenwald um einiges früher dunkel ist als auf Freiflächen. Eine Taschenlampe kann das Wanderequipment gut ergänzen.

Urubici

Urubici ist eine Stadt im Bundesstaat Santa Catarina in etwa 300km nördlich von São Francisco de Paula im Serra Catarinense. Sie liegt in einem Tal auf 860m Höhe. Die Stadt ist in Brasilien dafür bekannt, dass es dort im brasilianischen Winter (Juni – August) schneien kann und der Schnee auf den Gipfeln der umliegenden Berge auch liegen bleibt. Dieses Phänomen führt in der Winterzeit zu einem extrem hohen Touristenaufkommen in der Stadt. Die Stadt selber ist eine Versorgungsstadt und bietet keinerlei sehenswerte Dinge. Währen die Stadt selber eher uninteressant ist, bietet die Umgebung um so mehr Attraktionen und atemberaubende Natur. Der Campingplatz (CAMPING RB), den wir für unsere Übernachtungen nutzten, verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur (saubere Sanitäreinrichtungen, Gemeinschaftsküche mit Gasherd, Mikrowelle, Wasserkocher usw. und einen Aufenthaltsraum mit Grillmöglichkeiten. Das Personal ist sehr nett und hilfsbereit.

Übersichtskarte
Übersichtskarte

Der Morro da Igreja (Pedra Furada)

Die aus Sicht vieler Menschen wichtigste Attraktion ist wohl der Pedra Furada. Etwa 20km von der Stadt entfernt, hoch in den Bergen, mitten im militärischen Sperrgebiet befindet sich der Fells mit einem Loch in der Mitte. Er kann von einer Plattform vom gegenüberliegenden Berg bei gutem Wetter betrachtet werden. Es ist nötig, sich im Vorfeld bei der Administration des Nationalparks unter “Agendamento Morro da igreja / Pedra Furada,” für den Besuch zu registrieren. Nach der Registrierung müssen die Eintrittskarten noch bei der Parkverwaltung (ICMBio) abgeholt werden. Auch mit Registrierung sollte an jedem Tag mit längeren Wartezeiten am Portal gerechnet werden. Es dürfen nur eine limitierte Anzahl an Besuchern zur Plattform hinauffahren. Die maximale Aufenthaltszeit auf der Plattform beträgt 15 Minuten. Aus unserer Sicht ist der Hype um diesen Fells übertrieben, denn Urubici hat weitaus schönere Plätze zu bieten. Darüber hinaus kann in dieser Höhe schnell Nebel aufziehen und man kann mit Pech den Pedra in der verfügbaren Zeit nicht sehen.

Cânion do Espraiado

Die aus unserer Sicht atemberaubendste Attraktion ist der Cânion do Espraiado. Er liegt in etwa 25 km von Urubici hoch in den Bergen. Die Zufahrt erfolgt auf den letzten 10km über eine Staubstraße, die auch durch Privatgelände führt. Für den Besuch fallen gebühren an. Der Besuch des Cânion kostet pro Person 20 BRL. Vor Ort kann man sich Gummistiefel für 10 BRL ausleihen. Um das Gebiet zu erkunden sind Gummistiefel dringend zu empfehlen, da es teilweise sehr sumpfig sein kann. Vor Ort befindet sich eine riesige Schaukel, auf der man zu zweit, gleichzeitig, auf zwei separaten Schaukelplätzen schaukeln kann. Das Schaukeln ist unter Woche kostenlos. Am Wochenende kostet es 20 BRL. Etwa 2 km von der Schaukel befindet sich der Pico do Corvo, von dem man eine herrliche Aussicht auf den Cânion und weit ins Landesinnere hat.

Altos Corvo Branco

Ein eindrucksvolles Erlebnis ist es die SC-370 das Serra do Corvo Branco hinunterzufahren. Dieser Streckenabschnitt der SC-370 zählt zu einem der gefährlichsten Straßenabschnitte Brasiliens. In steilen Serpentinen schlängelt sich die enge und in Teilen stark beschädigte Straße dicht an die Felsen gepresst das Gebirge hinunter. Das besondere an diese Strecke ist, dass auch LKW bis zu 10t die Straße befahren dürfen. Bei einer Begegnung mit einem LKW sind vor allem im oberen Abschnitt der Strecke gute Fahrfertigkeiten, viel Fingerspitzengefühl und Stressresistenz gefragt. Die Strecke wird vermehrt von LKW-Fahrern genutzt um ihr Fahrerisches Können unter Beweis zu stellen. Unfälle durch Steinschlag sind häufig.

Cachoeira do Avencal und Chachoeira do Papuã

Beide Wasserfälle sind schön anzuschauen. Der Eintrittspreis für den Avencal ist mit 20 BRL sehr hoch. Sowohl für dich Sicht von oben, als auch für die Sicht von unten sind jeweils 20 BRL fällig. Die Sicht von unten ist sehr schön und aus unserer Meinung nach sind die 20 BRL/Person gerade noch OK. Die Sicht von oben ist absolut überteuert, denn es gibt den Bereich direkt über dem Wasserfall und den Bereich gegenüber dem Wasserfall. Der Eintritt in jeden der Bereiche kostet 20 BRL. Die Schaukel und die Seilbahn kosten extra. Es gibt keine Wanderwege und die Bereiche sind sehr klein, sodass man in der Regel nach spätestens 5-10 Minuten alles gesehen hat. Der Cachoeira do Papuã wurde gerade erst neu eröffnet. Der Eintrittspreis ist mit 15BRL/Person auch recht teuer, denn es gibt nur einen kurzen Steg zu einer Plattform direkt gegenüber dem Wasserfall. Die Aussicht ist schön, aber aus unserer Sicht bietet sie zu wenig für den recht hohen Preis. Zusammengefasst lohnt sich bestenfalls ein Besuch des unteren Bereichs des Cachoeira do Avencal.

Cachoeira Véu da Noiva

Direkt vor dem Portal zum Morro da Igreja geht eine kleine Zufahrt nach rechts ab, die zum Cachoeira Véu da Noiva führt. Der Kostet 15 BRL/Person und ist lohnenswert. Den Wasserfall gibt es zwar direkt nach dem Eingang zu sehen, aber der Park bietet eine Reihe von Wanderwegen, die unter anderem durch einen dichten Wald mit uralten riesigen Xaxims zu den Cachoeiras dos tres Irmãos führt. Die Wege sind teils sehr steil und rutschig. Die Wanderung dauert hin und zurück ca. 40 Minuten.

Der Rückweg

Nachdem wir vier Nächte in Urubici verbracht und die Umgebung ausgiebig erforscht hatten, machten wir uns die knapp 500 km auf den Weg zurück nach Curitiba. Wir entschieden uns dafür, nicht die Autobahn am Meer, sondern die Landstraßen durch die Berge zu nehmen. Die tollen Aussichten und Eindrücke die bei der Fahrt durch das Serra Catarinense hatten, werden uns lange in Erinnerung bleiben.

Der erste Trip durch den Süden

Antonina und Morretes

Die letzte Woche haben wir uns ausgiebig damit beschäftigt, wie wir unser Brauprozess unter den gegebenen Umständen gestalten und welches Equipment wir dafür benötigen. Bei der Beschaffung des ersten Dinge mussten wir gleich schmerzhaft lernen, dass die Dinge hier anders funktionieren und Erwartungshaltungen nicht immer so erfüllt werden, wie das vielleicht in Deutschland der Fall ist. Dem Thema Brauen werde ich im nächsten Post etwas mehr Platz widmen.

Die Coronasituation

In den letzten Tagen zeichnet sich hier in Brasilien eine leichte Zunahme der Neuinfektionen ab. Brasilien meldet pro Tag im 7-Tage-Mittel in etwa 28000 neue Infektionsfälle. Curitiba erreicht die letzten Tage mit über 1000 Neuinfektionen pro Tag leider einen neuen Negativrekord. Das Leben läuft im Alltag indessen wieder fast normal. Das Tragen von Masken bleibt jedoch in allen Lebenslagen obligatorisch.

Coronaneuinfektionen
Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus
Aktive Coronafälle
Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus

Verrücktes Wetter in Curitiba

Das Wetter hier in Curitiba kann sich schnell ändern. Innerhalb von fünf Minuten wird aus strahlendem Sonnenschein ein Gewitter mit massiven Regen. Doch was letzte Woche geschah, war selbst für die Curitibanos ein sehr seltenes Ereignis. Wenige Minuten nachdem ein Gewitter aufzog, war die Stadt von einem dünnen weißen Teppich aus Schnee- und Eismatsch bedeckt. Es kann zwar im Winter vorkommen, dass sich auf Wiesen Raureif bildet und das kleine Pfützen eine dünne Eisschicht bilden. Das sich aber im fortgeschrittenen Frühjahr eine weiße Schicht aus Eis- und Schneematsch bildet ist ein extrem seltenes Wetterereignis.

Die Estrata da Graciosa

Die Estrata da Graciosa ist eine der ältesten Straßen von Parná. Sie findet bereits im frühen 18. Jahrhundert Erwähnung. Sie verbindet die Gemeinde Quadro Barras (Metropolregion Curitiba) mit Antonina, einem der ältesten Siedlungen Paranás und Morretes einem wunderschönen alten Kolonialstädtchen mit hoher touristischer Bedeutung. Um 1873 wurde die Straße befestigt ausgebaut und war bis Mitte des 20. Jh. die einzige befestigte Straße Paranás. Neben den Flüssen war die Straße die wichtigste Verbindung um Güter aus dem Hinterland zu den Häfen in Antonina und Paranaquá zu bringen. Die Straße durchquert einen der am besten erhaltenen Teile des atlantischen Regenwalds. Ein Teil der Strecke führt durch ein 1993 von der UNESCO ernannten Biosphärenreservat. Im weiteren Verlauf durchquert sie zwei Naturschutzgebiete (Parque Estadual da Graciosa, und Parque Estadual Roberto Ribas Lange) die zum Schutz der Wasserquellen der Regionen und der Biodiversität des atlantischen Regenwalds eingerichtet wurden. Die Graciosa, wie sie die Menschen hier nennen, beeindruckt mit unglaublich schöner Natur, die vor allem in den genannten Parks sehr gut zum Ausdruck kommt. Leider sind die Parks aktuell, auf Grund der Coronasituation, nur zeitweise geöffnet. Wir werden die Parks nach und nach bei weiteren Ausflügen erkunden und unsere Eindrücke wiedergeben.

Antonina

Der Ort Antonia liegt in der Bucht von Paranaquá und gehört zum Verwaltungsgebiet der gleichnamigen Stadt. Der Ort wurde 1714 gegründet und ist damit eine der ältesten Städte Paranás. Der Hafen der Stadt war lange einer der bedeutendsten Häfen des Bundesstaats. Der geografisch günstiger gelegene Hafen von Paranaqua übernahm jedoch schon recht früh Kapazitäten des Hafens in Antonina. Der örtliche Hafen dient heute nur noch touristischen Zwecken. Antonina ist an das hiesige Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Strecke dient jedoch ausschließlich touristischen Zwecken und wurde erst vor kurzem wieder in Betrieb genommen. Insgesamt wurde der Ort erst in neuster Zeit wieder für den Tourismus entdeckt und wird nun nach und nach entsprechend aufbereitet. Die Besucherzahlen halten sich im Vergleich zu Morretes in Grenzen und der Ort besitzt noch viel alte koloniale Bausubstanz.

Morretes

Die Stadt wurde 1721 offiziell im Zuge der Entdeckung von Goldvorkommen und der damit einhergehenden Besiedelung der Küste Paranás gegründet. Viele Goldsucher, Bergleute und Abenteurer nutzten die Stadt als Ausgangspunkt für ihre Unternehmungen. Bis 1865 wurde Industrie und Handel immer weiter ausgebaut und brachten der Stadt Reichtum und Wohlstand. Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahn (Estrada de Ferro Paraná) und der zunehmenden Besiedelung und dem Ausbau des Hinterlands und der Häfen verlor Morretes für den Handel und die Industrie stark an Bedeutung. Heute lebt die Stadt nahezu ausschließlich vom Tourismus. Sie bietet schöne und wiederaufbereitete koloniale Bausubstanz, sehr viele Restaurants und Bademöglichkeiten im Fluss Nhundiaquara. Darüber hinaus gibt unglaublich gutes Eis zu kaufen. In Morretes befindet sich die Endstation des Serra Verde Express, der Touristen von Curitiba durch das mit atlantischem Regenwald bedeckte Serra do Mare bis nach Morretes bringt. Die Eisenbahnstrecke wird auch für den Warentransport vom/zum Hafen in Paranaquá genutzt. Sobald wir eine Tour mit dem Serra Verde Express machen konnten, werde ich natürlich einen Post darüber verfassen.😁 Im Vorort Porto de Cima gib es die Möglichkeit über eine Staubstraße bis zur Bahnstation Estação Engenheiro Lange zu fahren und von dort aus etwas das Serra do Mar zu Fuss zu erkunden. Leider ist auch diese Ausflugsmöglichkeit aktuell gesperrt.

Antonina und Morretes

Schritt für Schritt

Mittlerweile sind etwas mehr als drei Wochen vergangen, nachdem wir in Curitiba angekommen sind. Wir konnten bisher einiges an Papierkram erledigen und ein paar wichtige Dokumente besorgen.

Die Dokumente

Eines der wichtigsten Dokumente die wir nun endlich in unseren Händen halten ist Bees RG. Ein RG könnte man mit dem Personalausweis in Deutschland vergleichen. Der Unterschied zwischen beiden Dokumenten besteht darin, dass das RG nicht die Wohnanschrift enthält. Die Anschrift wird in Brasilien mit Hilfe von Telefon-, Gas- oder Stromrechnungen nachgewiesen. Alternativ kann auch ein Wohnungseigentümer, auf den eine dieser Rechnungen ausgestellt wurde, persönlich unter Angabe zusätzlicher Dokumente wie RG oder CNH (Führerschein) den Wohnsitz einer Person bestätigen. Da auf Bees und mich in der Vergangenheit noch keine Rechnungen ausgestellt wurden, mussten Bees ihrer Eltern unseren Wohnsitz bestätigen. Das RG gilt für einen Bundesstaat und muss bei Umzug in einen anderen Staat neu beantragt werden. Mit Hilfe des RG kann man sich nun offiziell ausweisen und z.B. Konten bei Banken oder Accounts bei verschieden Online-Platformen eröffnen. Darüber hinaus ist Bees RG für die Beantragung meiner permanenten Aufenthaltsgenehmigung nötig. Auch die Anmeldung zur Führerscheinprüfung ist ohne eine RG oder ein RNE (Ausweis für Ausländer) nicht möglich. Im Vorfeld hatten wir noch unsere temporäre Heiratsurkunde, die vom Konsulat in München ausgestellt wurde, hier in Brasilien registriert. Daraufhin wurde uns eine offizielle brasilianische Heiratsurkunde ausgestellt die wir hier für alle Behördengänge nutzen können. Parallel haben wir noch eine CPF (eine Art Steuernummer) für mich beantragt und konnten diese auch bereits beim Ministerio de Economia (Wirtschaftsministerium) abholen. Eine CPF ist die Grundlage jedem wirtschaftlichen Handelns in Brasilien. Im nächsten Schritt beantragen wir nun noch meine RNE bei der Policia Federal und danach melden wir uns dann für die Führerscheinprüfung an. Wir sind schon fleißig am lernen. 😉 Ich bin guter Dinge das wir die Prüfung bestehen werden. Mit dem Nachweis und der Übersetzung eines Deutschen Führerscheins kann ein brasilianischer Führerschein mit dem bestehen der theoretischen Prüfung ausgestellt werden. Es ist also nicht nötig, dass wir eine bestimmt Anzahl Theoriestunden oder eine praktische Fahrprüfung absolvieren müssen. Mit der Einreise nach Brasilien ist man berechtigt 180 Tage mit seinem deutschen Führerschein in Brasilien zu fahren. Danach muss ein nationaler Führerschein erworben werden.

Der erste Ausflug zum Strand

Nachdem wir uns in letzter Zeit viel mit bürokratischem Papiergram herumschlagen mussten, haben wir uns letztes Wochenende die Zeit genommen und sind das erste Mal die Serra da Graciosa von Curitiba an den Strand von Martinhos heruntergefahren. Unser Ziel war es einfach ein paar Stunden am Strand zu entspannen. Für die etwa 110km benötigt man über die Schnellstraße etwa 1,5h. Dieser Weg ist die erste Wahl wenn das primäre Ziel ist, einen Tag möglichst lang am Strand zu verbringen. Es gibt noch eine weitere weitaus schönere Möglichkeit zum Meer zu gelangen. Dabei handelt es sich um eine alte Straße die sich durch das Gebirge von Curitiba über Morretes bis ans Meer schlängelt. Bei einem unserer nächsten Ausflüge werden wir diese Möglichkeit noch ausprobieren. Auch wenn wir diesmal die Schnellstraße zum Meer genommen haben, um möglichst viel Zeit zum Enspannen zu haben, ist die Fahrt durch die Berge ein wundervolles Erlebnis. In verwundenen Kurven schlängelt sich die Straße aus der Metropole das dicht mit atlantischen Regenwald bedeckte und mit Wolken verhangene Gebirge herunter. Am Fuß des Gebirges fing es dann auch kräftig zu regnen an. Als wir dann den Strand von Martinhos erreichten regnete es in Strömen. Im Gegensatz zu Curitiba, wo sich das Klima im Jahresmittel feucht und kühl zeigt, herrscht am Meer ein feucht-warmes Klima. Selbst wenn es regnet ist es in der Regel angenehm warm. Nachdem wir noch einige Zeit das Meer und den Strand vom trockenen Auto aus beobachtet hatten, verzogen sich nach und nach die Wolken und die Sonne blinzelte zwischen den Wolkenlücken hervor. Wir stiegen aus nahmen unsere Sachen und setzten uns in den nassen Sand. Wir waren die einzigen Gäste am Strand. Soweit das Auge reichte, war keine Menschenseele zu sehen. Hinter uns schauten die ungenutzten Ferienhäuser trist aufs Meer. Nach und nach verdrängte die Sonne immer mehr die Wolken und eine typische Meeresprise gesellte sich dazu. Das Meer war aufbrausend und die weiter draus gebrochen Wellen schoben sich kontinuierlich den Strand hinauf. Wir genossen die Ruhe und das Meeresrauschen um etwas zu dösen und etwas Kraft zu tanken. Wir stürzten uns noch ein paar Mal in die Wellen bevor wir gegen Abend wieder Richtung Curitiba aufbrachen. Es war insgesamt ein schöner Ausflug um die Seele etwas baumeln zu lassen, aber Brasilien hat mit Sicherheit auch noch aufregendere Strände zu bieten.

Auf der Suche nach Wanderungen

Hier in Brasilien gibt es in der Regel kaum öffentliche frei zugängliche Flächen um Wanderungen in Wäldern oder Seen zu unternehmen. In aller Regel befinden sich die Ländereien in Privatbesitz und gehören zu Framen, Sitios oder Chácaras. Allerdings gibtes auch von Privatanbietern touristisch erschlossene Flächen, die gegen ein Entgelt benutzt werden können. Einige Berggipfel der Serra sind so erschlossen worden und können von Touristen genutzt werden. Für uns liegen der Gipfel des Morro do Anhangava oder des Morro do Canal für einen Nachmittagsausflug in unmittelbarer Reichweite. Wir nahmen uns also für Samstagnachmittag vor eine Wanderung auf den Morro do Anhangava zu unternehmen. Wir packten unser Wanderutensilien sowie etwas zu trinken und zu essen in unseren Rucksack und machten uns auf den Weg zum Fuß des Berges. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass der Aufstieg auf Grund von unachtsamen Verhalten anderer Wanderer geschlossen wurde. Die unsachgemäße Entsorgung von Müll und das sorglose Entzünden von Feuern haben der Natur am Berg so stark zugesetzt, dass die Route vorläufig vom Eigentümer geschlossen werden musste. Für eine weitere Wanderung am Morro do Canal war es schon etwas spät geworden, wir entschieden uns daher zumindest nachzuschauen, ob die Route geöffnet ist, um dort eventuell am nächsten Tag einen Ausflug zu unternehmen.

Oruxmaps

Die Fahrt durch das Gebirge war atemberaubend. Der größte Teil der Strecke ging über Staubstraßen durch die tiefgrüne Natur. Das Mobilfunknetz bot hier keine Abdeckung, sodass wir große Teile des Weges mit Unterstützung von Oruxmaps fahren mussten. Oruxmaps ist eine kostenlose und hervorragende Möglichkeit Wanderungen zu planen. Die App bietet die Möglichkeit die kostenfreien Karten und Themes von OpenAndroMaps zu nutzen. Ich bin immer wieder verblüfft wie genau die Karten sind. Selbst Trampelpfade die man selbst unterwegs nicht als Weg erkennen und einordnen würde sind verzeichnet. Wie gut ein Weg ausgebaut ist wird durch die verschiedenen Symboliken dargestellt. So weiß man schon im Voraus wie gut ein Weg voraussichtlich ausgebaut ist. Ich plane Wanderungen und Joggingstrecken schon seit Jahren mit dieser App und bin bis heute hochzufrieden. Die App ist nicht über den Playstore verfügbar, sondern kann nur direkt als Apk installiert werden.

Wer sucht der findet

Am Aufstieg des Morro do Canal angekommen mussten wir festellen, dass auch dieser auf Grund der Corona-Pandemie geschlossen war. Im Bundesstaat Paraná werden einige Parks und stärker frequentierte Ausflugsziele am Wochenende geschlossen, um zu große Menschenansammlungen zu vermeiden. Etwas gefrustet machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Unterwegs stiefelten wir noch etwas über die Staubstraßen am fast leeren Piraquara Stausee.

Die ungewöhnlich lange Tockenzeit

Die vergangene Trockenzeit hat die Stauseen, die Curitiba für die Trinkwasserversorgen dienen, fast vollständig ausgetrocknet. Es war die stärkste Trockenzeit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Wasserversorgung ist in Curitiba mittlerweile rationiert. Die Wasserversorgung wird in Zyklen alle 36h für 36h eingestellt um für die darauf folgenden 36h wieder zur Verfügung zu stehen. Viele gut ausgebauten Gebäude besitzen einen Wassertank, um die 36h-Periode ohne Wasser zu überbrücken. Das Wasser der Tanks wird nach und nach aufgebraucht. Nach Rückkehr der Wasserversorgung werden die Tanks dann wieder aufgefüllt. Damit das Wasser für eine 36h-Periode reicht, muss Wasser gespart werden und wasserintensive Aktivitäten auf eine Periode mit Wasserversorgung verschoben werden. Die Rationierung des Wassers wird voraussichtlich noch bis Dezember anhalten. Dann sollte die Regenzeit die Wasserreservoirs wieder ausreichend aufgefüllt haben.

Morro da Palha

Am Sonntag unternahmen wir noch einen letzten Versuch eine kleine Wanderung am Morro da Palha zu unternehmen. Der Berg liegt etwas nordwestlich von Curitiba und gehört zur Stadt Campo Margro. Der Weg führt zum Teil durch steile und unwegsame Staubstraßen des Serra do Mar, vorbei an der leicht alkalischen Quelle Ouro Fino. Die Trinkwasserquelle Ouro Fino mit ihrem PH-Wert von 7,6 und einer Restalkalität von 5,3 °dH eignet sich sehr gut als Basiswasser für viele Biertypen. Warum das so ist, werde ich noch in einem späteren Post genau erläutern. Da das Gelände zum Teil sehr unwegsam ist, boten uns Bees Eltern an uns mit ihrem Geländewagen zu begleiten.

Am Parkplatz angekommen konnten wir zu unserer Freude feststellen, das die Wanderung am Berg möglich war.

Kurze visuelle Zusammenfassung

Abschied mit Action

Der Gleitschirmflug

wir hatten ganz vergessen, das Bees vor einiger Zeit einen Gutschein für ein Action-Abenteuer geschenkt bekommen hatte. Beim Ausräumen unserer Wohnung fanden wir diesen nun wieder. Wir waren uns schnell einig, dass es zu schade wäre, diesen verfallen zu lassen und entschlossen uns kurzer Hand noch ein letztes Action-Abenteuer hier in Deutschland zu starten bevor wir nach Brasilien ausreisen. Seit dem wir vor einigen Jahren Ballon gefahren waren, hatte Bees öfters den Wunsch geäußert auch irgendwann einmal Gleitschirm fliegen zu wollen. Sie frage mich, ob ich auch Lust hätte und ich Antwortete: “Klar warum nicht, das ist sicherlich erlebenswert!”. Wir buchten also zwei Tandemflüge im Schwarzwald.

Der Flugort

Zusammen mit Ulf fuhren wir hoch auf den Kandel zum Startplatz. Es gibt zwei Startplätze für Gleitschirmflieger. Den Weststartplatz und den Südstartplatz. Abhängig von der Windrichtung starten die Flieger entweder vom einen oder anderen. Wir hatten Südwestwind und starteten vom Südstartplatz. Bees startete als erste. Sie bekam eine kurze Einführung wie Start und Landung funktionieren und schon konnte es los gehen. Bees bekam den Begleitsitz auf den Rücken geschnallt, dieser wurde am Schirm befestigt, es folgte eine Kontrolle, dass alle Gurte und Schnallen sicher und fest sitzen und schon war alles für den Start bereit. Ulf gab das Kommando und beide fingen an zu rennen, der Schirm entfaltete sich und plusterte sich auf und keine 20 Sekunden später waren die beiden in der Luft und flogen davon. Ich lief zurück zum Auto und fuhr wieder den Berg hinunter zum Landeplatz.

Als ich dort nach etwa 30 Minuten eintraf, waren die beiden gerade gelandet und hatten den Schirm schon wieder zusammengefaltet. Wir fuhren gemeinsam wieder zum Startplatz den jetzt war ich an der Reihe. Das Prozedere war das Selbe wie bei Bees. Ulf gab das Kommando wir fingen an zu rennen und nach ein paar Sekunden hoben wir ab in die Lüfte ab. Die Wolken rissen auf und die Sonne kam zum Vorschein. Es ebnete sich ein wundervoller Blick über die Erhebungen und Täler des Schwarzwalds. Du Flughöhe war angenehm, man konnte die Baumkronen und selbst die Bussarde von oben beobachten. Nach ca. 35 Minuten landete auch ich wieder sicher mit Ulf am Landeplatz. Jeder der die Freiheit und die Schönheit der Natur genießt, sollt sich überlegen, ob Gleitschirmfliegen eine Option für ein Naturerlebnis sein kann. Man kann die Flüge direkt bei Ulf buchen.

Abschied mit Action

Ein letztes Mal am Bodensee

In den letzten Jahren waren wir sehr oft am Bodensee, genau genommen im kleinen Örtchen “Hagnau am Bodensee”. Der Ort unterhält zwei Campingplätze, “Camping Schloß Kirchberg” und “Camping Alpenblick”. Wir haben überwiegend auf dem Campingplatz Schloß Kirchberg übernachtet, da dieser direkt am See liegt und ein eigenes Strandbad besitzt. Zum relaxen über das Wochenende war dieser Platz für uns perfekt. Diesmal sind wir jedoch nur für einen Tagesausflug nach Hagnau gefahren und haben den Tag dort am See verbracht und uns sozusagen von ihm verabschiedet. Das Dachzelt ist ja bereits in der Garage eingelagert und in den Sommerferien sind Unterkünfte spontan quasi nicht zu bekommen. Morgens war es zwar noch etwas kalt aber über den Tag kletterten die Temperaturen nochmal bis auf 28°C. Wir waren gegen 8 Uhr morgens am Parkplatz des Strandbads Hagnau. Die Parkgebühren für einen Tag betragen zum heutigen Zeitpunkt 9€. Zu unserer Lieblingsbadestelle sind es vom Parkplatz noch ca. 1,5 km zu laufen.

Die Badestelle liegt in etwa 1,5 km vom Örtchen Immenstaad entfernt in Richtung Hagnau. Wir hatten uns Proviant für morgens und mittags mitgebracht. Als wir ankamen waren es 15,5°C Lufttemperatur. Wir warfen die Badesachen über und tasteten uns langsam in den kalten See. Danach frühstückten wir und verbrachten den Tag mit ein paar wenigen weiteren Badegästen chillig am See. Gegen Nachmittag brachen wir auf und genossen noch ein letztes Mal ein Eis von unserer Lieblingseisdiele in Hagnau. Zum Schluss besuchten wir noch ein letztes Mal den Lerchenberg. Auf dem Berg Thront ein Monument aus dem zweiten Weltkrieg, das heute als Kriegsgräbergedenkstätte, Mahnmal aber auch als Aussichtsplattform und Erholungsort dient. In der Vergangenheit haben wir hier oft mit einem Bierchen die Sonnenuntergänge am Bodensee genossen. Diesen Ort kann ich wirklich jedem empfehlen, der gerne Sonnenuntergänge mit Aussicht genießt.