Das Auto

Im Augenblick konzentrieren wir uns zunehmend auf unsere Ausreise nach Brasilien. Aktuell steht unser Termin am 04.10.2020 noch fest auf unserer Agenda. Unser Flug wird von LATAM durchgeführt. Der Flug wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht storniert oder verschoben. Ich werde kommende Woche versuchen mir den Abflugtermin auch nocheinmal bestätigen lassen. Wir erfüllen, trotz Corona, zum jetzigen Zeitpunkt noch alle Ein- und Ausreisebestimmungen und gehen aktuell auch nicht davon aus, dass wir den Termin verschieben müssen.

Die Fahrzeugeigenschaften

Aus diesem Grund haben wir bei unseren Eltern/Schwiegereltern in Curitiba nachgefragt, ob sie nach einem Auto für unsere Bedürfnisse suchen würden. Da das Mieten von Autos in Brasilien relativ teuer ist, möchten wir bereits eines unser Eigen nennen, wenn wir in Curitiba ankommen. Ein Auto für zwei Wochen zu mieten, kostet in etwa so viel wie die Steuern und Versicherung eines Kleinwagens für ein Jahr. Unser Auto soll in erster Linie robust und zuverlässig sein und einen Full-Flex-Fuel Motor besitzen. Mit einem solchen Motor kann Alkohol (Ethanol/Methanol) und Benzin in beliebigen Mischungsverhältnissen genutzt werden. Im Gegensatz zu Europa werden in Brasilien keine PKW mit Dieselmotoren zugelassen. Diesel ist Nutzfahrzeugen, wie z.B. Lastkraftwagen (LKW) vorbehalten. In Brasilien stehen für Personenkraftwagen (PKW) zwei verschiedene Kraftstoffe zur Verfügung, Ethanol und Benzin. Etwa 90% aller Neufahrzeuge in Brasilien sind Full-Flex-Fuel Fahrzeuge. Lediglich aus dem Ausland importierte Modelle sind nur auf die Verfügbarkeit von Benzin angewiesen. Auf Alkohol angepasste und mit diesem betriebene Motoren, bieten auf Grund der höheren Klopffestigkeit des Ethanols mehr Leitung als vergleichbare Benzinmotoren. Durch den geringeren Heizwert von Alkohol liegt der Verbrauch bei der Nutzung von Ethanol in der Praxis zwischen 20 % und 30% über dem von Benzin. In Brasilien werden diese Fahrzeuge bei der Verwendung von Ethanol als CO2-Neutral betrachtet. Das das in der Praxis natürlich auf Grund vieler Faktoren bei weitem nicht der Fall ist, lasse ich an dieser Stelle mal außen vor.

Die Ursprungsidee

Ursprünglich hatten wir an einen VW Gol (ohne „f“) gedacht. Fahrzeuge diesen Typs hatten wir in der Vergangenheit bei unseren Brasilienreisen immer wieder ausgeliehen und waren damit auch durchweg zufrieden. Die Maße eines VW-Gol liegen in etwa zwischen denen eines VW-Up und denen eines VW-Polo. Häufig wird der Gol mit 1.6 Liter Hubraum angeboten. In dieser Ausführung bietet er ausreichend Leistung für den Alltag. Auch das Ladevolumen des Kofferraums ist für zwei Personen ausreichend. Der VW-Gol besitzt kein ASR und kein ESP. Auf den, sehr häufig in Brasilien vorkommenden, Staubstraßen hat das Vorteile. Gerade bei Regen und matschigen Untergrund ist das Hinauffahren auf Anhöhen so besser möglich. Fahrzeuge, bei denen sich die Regelungen nicht abschalten lassen, haben in solchen Situationen häufig das Nachsehen. Das können wir aus unseren Vergangen Reisen auch bestätigen.

Das neue Auto

Der Vorschlag unserer Eltern/Schwiegereltern ließ nicht lange auf sich warten. Nach kurzer Zeit war bereits ein Auto, das den Kriterien entspricht gefunden. Es handelt sich jedoch nicht, wie ursprünglich gedacht um einen VW-Gol, sondern um einen VW-Polo. Der Hauptunterschied, zum VW-Gol ist in erster Linie die Größe. Der Polo ist größer und bietet somit mehr Platz für Insassen und Ladung. Er besitzt einen 1.6 Liter Flexfuel Motor mit 120 PS. Die Innenausstattung ist, im Hinblick auf den Kaufpreis, auf das nötigste begrenzt. Das Auto ist ein Neufahrzeug mit 0 km Laufleistung und einem Gesamtpreis von 55.990 BRL. Wir haben für 1 Euro 5,60 BRL getauscht. Somit haben wir für das Auto 9.998 Euro bezahlt. Im Vergleich dazu, kostet ein vergleichbarer Polo in Deutschland, etwa 15.000 bis 18.000 Euro. In Deutschland gibt es den Polo, als Neuwagen, auch nur mit einem 1.0 Liter Motor und 80 PS. Ich persönlich finde diese Variante untermotorisiert, da mit 80 PS das Überholen von LKW und längeren Tracktorgespannen merklich erschwert wird.

Warum ein Neuwagen

Prinzipiell bin ich kein Freund von Neuwagenkäufen. In Deutschland macht es meist weniger Sinn einen Neuwagen zu kaufen. Es gibt in der Regel gut bis sehr gute Jahreswagen mit wenig gefahrenen Kilometern, Garantie und mit Preisnachlässen zum Neuwagen von bis zu 30%. In Brasilien stellt sich die Situation etwas anders da. Die Preisnachlässe gegenüber einem Neuwagen sind wesentlich geringer und der Verschleiß des Fahrzeugs, auf Grund des brasilianischen Fahrstiels und der Straßenbedingungen, um einiges höher. Das Vertrauen in das Fahrzeug wächst mit der Verlässlichkeit und die ist bei einem Neuwagen in Brasilien um einiges höher als bei einem Semi-Novo. Dieser Aspekt und der unschlagbare Preis des Autos, haben uns letztendlich dazu bewogen ein Neufahrzeug, anstatt einem Gebrauchten anzuschaffen.


Im nächsten Post werden wir ein Update zu unserem Umzugsvorbereitungen geben.

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