Die Ankunft

Sao Paulo – Guarulhos

Nach ca. 11,5h Flugzeit landeten wir gegen 4:00h morgens auf dem Flughafen Guarulhos in Sao Paulo. Die Lufttemperatur betrug angenehme 20°C. Glücklicherweise war das Flugzeug 1h schneller als geplant. Es sollte planmäßig gegen 05:00h landen. Wir hätten ursprünglich 2,5h Zeit gehabt unseren Anschlussflug nach Curitiba zu bekommen. Da der Flughafen in Sao Paulo mit Abstand der größte und wichtigste Flughafen in Brasilien ist, ist er entsprechend stark frequentiert und die Abfertigungszeiten bei der Einreise und bei der Zollabfertigung können sich rasch in die Länge ziehen. Als Daumenwert gilt, dass für den gesamten Prozess der Einreise ca. 3h eingeplant werden sollten. Wäre unser Flug regulär gelandet, hätten wir den Anschlussflug vermutlich nicht bekommen.

Die Flugroute
Die Flugroute

Die Einreise

Nachdem wir das Flugzeug verlassen hatten, mussten wir als erstes den Prozess der Einreise durchlaufen. Nach unserem Erlebnis in Frankfurt, hatten wir uns bereits auf eine längere und komplizierter Abfertigung eingestellt. Für Bees war die Einreise, die in Brasilien durch die Policia Federal (Bundespolizei) durchgeführt wird, innerhalb von Sekunden erledigt. Dann war ich an der Reihe. Die Beamtin öffnete meinen Reisepass, blätterte ein wenig darin herum und fand schließlich mein Visum. Daraufhin verließ sie ihren Schalter und verschwand mit meinem Reisepass. Nach ca. drei Minuten tauchte sie wieder auf stempelte meinen Pass ab und wünschte mir einen angenehmen Aufenthalt. Ich war etwas verwirrt, hatte ich mich doch bereits auf Probleme eingestellt. Doch die Beamten forderten keinen Versicherungsnachweis, keine Heiratsurkunde und auch auch kein Rückflugticket. Bees und ich schauten uns an, zuckten mit den Schultern und begaben uns zur Gepäckausgabe.

Warteschlange Einreise
Warteschlange Einreise

Das Ding mit dem Gepäck

Eine Eigenheit dieses Flughafens ist, dass jeder Weitereisende, der aus dem Ausland einreist, sein Gepäck an der Gepäckausgabe entgegennehmen, durch den Zoll laufen und das Gepäck im Anschluss erneut aufgeben muss. Zu diesem Zweck gibt es eigens dafür eingerichtete Schalter der verschiedenen Airlines. Dieser Schritt kann je nach Auslastung, sehr lange dauern. Dieses Mal betrug die Wartezeit für das erneute Aufgeben des Gepäcks ca. 40 Minuten. An anderen Tagen, kann dieser Schritt auch weit über eine Stunde benötigen.

Die Schlange zur Gepäckaufgabe
Die Schlange zur Gepäckaufgabe

Weiter nach Curitiba

Nachdem wir Eingereist waren und unser Gepäck aufgegeben hatten begaben wir uns zu den Gates. Da der Flughafen riesig ist, läuft man vom internationalen Bereich in Terminal 3 zum nationalen in Terminal 2 ca. 20 Minuten. Als wir im Terminal 2 ankamen, war das Gate bereits offen und wir konnten direkt durch die Personenkontrolle zum Gate weiterlaufen. Normalerweise herrscht an den Gates Chaos und ein enormer Menschenandrang. Die Gates für die Inlandsflüge werden häufig gewechselt und die Anzeigen, zeigen häufig falsche Ziele an. Dieses Mal hielt sich der Andrang in Grenzen und die Logistik funktionierte gut. Auf nationalen Flügen ist Essen und Trinken innerhalb Brasiliens erlaubt, sodass wir unser Wasser vom vorherigen Flug mitnehmen konnten. Das Flugzeug nach Curitiba hob um 7:35h Ortszeit voll besetzt ab.

Endlich in Curitiba

Nach einer weiteren Stunde Flugzeit landete unser Maschine auf dem Flughafen Aeroporto Internacional Afonso Pena in Curitiba. Es war inzwischen kurz vor 09:00h morgens Ortszeit. Die Zeitverschiebung nach Deutschland beträgt innerhalb der deutschen Sommerzeit 5h. In der deutschen Winterzeit verringert sich die Zeitverschiebung auf 4h. Seit 2019 gilt in Brasilien ganzjährig die Winterzeit. Die Sommerzeit wurde abgeschafft. Nachdem wir unser Gepäck vollständig an der Gepäckausgabe entgegengenommen hatten verließen wir den Flughafen, nahmen nach ca. 23h unsere Masken ab und wurden wenig später von Bees Eltern mit unsrem neuen Auto abgeholt 😄. Es ist zwar nicht besonders angenehm, die Maske über eine so lange Zeit ununterbrochen zu tragen, aber in der aktuellen Situation ist dies vollkommen vertretbar und in Ordnung. Wir hatten Mühe alle Personen und unsere vier Koffer in den Polo zu packen. Nachdem wir die Rückbank entriegelt hatten passten die Koffer und alle vier Personen ins Auto und wir brachen in Richtung Wohnung auf. Nach ca. 40 Minuten Fahrzeit trafen wir in dem Condominio ein. Condominios nennt man in Brasilien Wohngemeinschaften, die sich die Kosten für gemeinsame Infrastruktur, Verwaltung und Absicherung teilen. Unser Condominio besteht aus zwei Blocks mit jeweils 56 Parteien. Es bietet den Bewohnern neben der permanenten Anwesenheit von Sicherheitspersonal, die den Zugang zur Liegenschaft kontrollieren, auch einen Fitnessraum, einen Swimmingpool und einen Kinderspielplatz.

Die Ankunft

Unser erster Eindruck

Fürs Erste hat uns Brasilien sehr positiv überrascht. In den Flughäfen herrscht, im Gegensatz zu unseren letzten Besuchen, kein Chaos, die Prozesse laufen geordnet ab und die Flüge starten pünktlich. Darüber hinaus waren wir vom starken Pflichtbewusstsein der Brasilianer beim Tragen von Masken sehr beeindruckt. Grundsätzlich gilt in Parana, dass ist der Bundesstaat dessen Hauptstadt Curitiba ist, eine Maskenpflicht in Geschäften und engen Räumen. Die überwiegende Mehrheit der Curitibaner trägt die Maske in so gut wie jeder Situation außerhalb der eigenen Wohnung. So ist der Anblick von Menschen, darunter auch viele Kinder, die die Maske auch auf der Straße, in den Parks, im Auto, auf dem Motorrad, dem Fahrrad oder beim Joggen tragen Alltag. Menschen ohne Maske trifft man eher selten an. Auch der nächste Desinfektionsmittelspender ist nie weit weg. Corona-Prevention genießt hier aktuell einen hohen Stellenwert. Unser Auto funktioniert soweit gut. Mal sehen, ob sich unserer erster Eindruck auch im weiteren Verlauf festigen kann.

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